Altstadtquartier.

Geschichte.

Altstadtquartier Büchel

 

Rund um das Parkhaus ‚Büchel‘, mitten im Herzen der Stadt, wird auf einer Fläche von ca. 2 Hektar ein neues, lebendiges Innenstadtviertel entstehen. Ein Nutzungsmix aus öffentlichen Räumen, Wohnungen, Lern- und Arbeitsorten. Ein Dreh- und Angelpunkt für die Altstadt, der von vielen unterschiedlichen Menschen gesucht, gefunden und geliebt wird. 

Den ersten Impuls für diese Entwicklung ermöglicht die Fläche, auf der das Parkhaus ‚Büchel‘ aktuell steht. Es wurde geschlossen und eingepackt und soll im Jahr 2021 abgerissen werden. 

Bis die ersten Gebäude da sind, müssen vielfältige Fragen bearbeitet und beantwortet werden: Wie bekommen wir viele 1000 Tonnen Beton aus der Altstadt? Welches Planungsrecht wird eingesetzt, um voran zu kommen? Wie gehen wir mit dem Thermalwasserzug, der unter dem Parkhaus liegt, um? Werden wir noch wertvolle römische oder karolingische Überreste finden? Wie lässt sich die Nachbarschaft zur Antoniusstraße sinnvoll organisieren? 

Parallel dazu wird in den kommenden Wochen die inhaltliche Idee wachsen, was Aachen an dieser Stelle wirklich braucht, welche Architektur der Umgebung gut tut. 

Dafür wurde ein Projektteam gegründet, das aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der „Städtische Entwicklungsgesellschaft Aachen GmbH & Co. KG“ (SEGA) besteht. Hinzu kommen viele unterstützende Politiker und Aufsichtsräte sowie einige erste Mitdenkerinnen und Mitdenker aus der Stadtgesellschaft. 

Vorgeschichte

 

Schon seit den 1980er Jahren ist der Abbruch des Büchel-Parkhauses beschlossene Sache. In verschiedenen Ansätzen wurde bereits eine Neubespielung des Altstadtquartiers angedacht und diskutiert. In diesen Überlegungen ging es zunächst um die Fläche des Parkhauses, auf der vor allem Geschäfte als Ergänzung zur Aachener Einkaufsstadt geplant waren.

Im Jahr 2014 wurde gemeinsam mit zwei Aachener Investoren ein weiterer Anlauf zur Entwicklung gemacht – dieses Mal über die gesamte Fläche zwischen Büchel und Klein- bzw. Großkölnstraße. Die Stadt Aachen führte dazu einen städtebaulichen Wettbewerb durch, dessen Ergebnis mit dem prämierten Chapman-Taylor-Entwurf neue Wege und Plätze, eine räumliche Konzentration der Prostitutionsnutzung und eine Nutzungsmischung aus Einzelhandel, Büros und Wohnen vorsah. Nach dem Rückzug der beiden Investoren im Frühjahr 2019 konnten die Stadt Aachen und die SEGA, ihre zur Entwicklung des Areals neu gegründete Tochtergesellschaft, das Parkhaus und weitere Grundstücke erwerben. 

Das in die Jahre gekommene Parkhaus wird nach mehrheitlichem Beschluss durch die Politik nun schrittweise geschlossen: seit April für die Kurzparker und ab dem 1. Juli 2020 für die Dauerparker. 

Zeitgleich nimmt das Gebäudemanagement der Stadt Aachen die Planungen zum Abbruch des Parkhauses auf. Hierfür laufen die Vorarbeiten auf Hochtouren, darunter z.B. die zügige Erstellung von Gutachten unter Einbeziehung von Sachverständigen.

Pdf

Dokumentation zum Wettbewerb 2016

Der Abbruch des Parkhaus „Büchel“

 

Der Abbruch des Parkhauses ist eine besondere Herausforderung. Im Fokus stehen dabei sowohl der Schutz der angrenzenden teils denkmalgeschützten Bebauung und ihrer Bewohner*innen, als auch der unterirdischen Aachener Thermalquellen und zudem etwaiger archäologischen Funde. Auch die Prüfung von Schadstoffen und Emissionen, die Logistik sowie die Verlegung von technischer Infrastruktur und Leitungen müssen geplant und durchgeführt werden. Dabei soll der Abbruch für alle Betroffenen so verträglich wie möglich gestaltet werden. Die erforderlichen Schritte und Projektmeilensteine werden der Öffentlichkeit fortlaufend und transparent vermittelt.

Der Rückbau ist für Anfang 2021 geplant. Ab Herbst 2020 sollen bereits einige Untersuchungen, die der Abrissvorbereitung dienen, im Inneren des Gebäudes durchgeführt werden. Der genaue Zeitplan ist abhängig von verschiedenen Vorarbeiten, z.B. müssen vorher die Statik und Schadstoffbelastung des Gebäudes geprüft werden.

Archäologische Grabungen

 

Schon in römischer und mittelalterlicher Zeit war die östliche Altstadt eine Art Industriegebiet, denn aufgrund der günstigen Windbedingungen waren hier vermehrt Betriebe mit feuerbetriebenen Anlagen wie Töpfereien, Glas- und Metallproduktionen angesiedelt.

Um mögliche historische Funde vorab zu lokalisieren, wurden im November 2019 erste Grabungen an der Ecke Nikolausstraße/Antoniusstraße – mit freundlicher Genehmigung des Eigentümers– durchgeführt. Die ersten Ergebnisse, z.B. über die Tiefe der vermuteten Funde, wurden Ende 2019 durch den Aachener Stadtarchäologen der Öffentlichkeit vorgestellt. Weitere sogenannte archäologische Sondierungsgrabungen folgen in den nächsten Monaten.